Kommentar / Aurier oder Neymar? Nein, Schlippi!

Die Ankunft des Stars
Dem Fußballverein CS Sanem ist ein echter PR-Gag gelungen. Am vergangenen Freitag kündigte der Erstligist auf Facebook den „spektakulärsten Transfer der Vereinsgeschichte“ an und hielt damit Fußball-Luxemburg während ein paar Tagen in Atem.
Ein Spieler von internationalem Format würde in Zukunft für den Verein aus dem Süden auflaufen. Die Gerüchteküche war lanciert. Ein User brachte den Namen Serge Aurier ins Spiel, der noch vergangene Saison fast acht Millionen Euro bei Galatasaray Istanbul verdiente. 48 Stunden später war aus dem Gerücht für verschiedene Leute eine Tatsache geworden. Jeder wollte irgendwie eine gute Quelle gefunden haben, die bestätigte, dass der ehemalige Top-Verteidiger nach Luxemburg wechseln würde. Später dann tauchten die Namen der ehemaligen französischen Nationalspieler Adil Rami und Djibril Cissé im Netz und sogar auch in den Tageszeitungen (nicht im Tageblatt) auf. Neymar war zu diesem Zeitpunkt leider schon zum FC Santos gewechselt.
Um den Transfer noch echter erscheinen zu lassen, wurde ein Video veröffentlicht, das einen Sanemer Verantwortlichen auf dem Findel zeigte, wo er den neuen Star abholen sollte. Fast jeder glaubte die Geschichte. Sie wurde zum Gesprächsthema Nummer eins in Fußball-Luxemburg. Ein perfekter Coup des CS Sanem, der am Dienstag sein Ende fand. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde der neue Star präsentiert. Es handelt sich um Maskottchen „Schlippi“ – benannt nach dem legendären lokalen Karnevalsball.
Aus Aurier wurde also ein Löwe. Es ist eine Geschichte, die wieder einmal zeigt, welche Macht Menschen oder Vereine durch soziale Medien erlangen können. Es zeigt, wie einfach Menschen zu manipulieren sind und wie schnell aus einem erfundenen Gerücht die Wahrheit wird. Die Kinder des CS Sanem hat es trotzdem gefreut, mit „Schlippi“ einen neuen plüschigen Unterstützer zu haben.
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